Tag 3

Was hatte ich heute für einen Spaß!!!
Bin in meiner doch recht spartanischen Unterkunft recht früh wach geworden, um 6:15 Uhr ums genau zu sagen.
Also war ich schon um ca 7: 30 wieder auf dem Weg.
Heute gings erstmal um den legendären Laerdalpass, den es trotz des berühmten Tunnels mit seiner psychedelischen Lichtgestaltung immer noch gibt. Den Tip dafür bekam ich aus dem Porscheforum. Danach gabs keinen festen Plan.
Im Auto wars so früh recht kalt, aber dafür hats ja eine Heizung. Wurde auch gleich warm, roch aber irgendwie komisch, nicht nach Öl, nicht nach Plastik, eher nach Backofen ohne Plätzchen drin.
Hab ich erstmal ignoriert.

Nach 20 Minuten hielt ich mal an, um was am Navi zu frickeln, da kam dann dicker, gelber Rauch aus allen Lüftungsdüsen!!!
Raus aus der Karre, Deckel aufgemacht, da gabs den bewährten Zusatzlüfter zu sehen, der gerade lautstark um sein Leben kämpfte. Ich hab ihn von seinen Leiden erlöst und ihm den Stecker rausgezogen.

Das klingt jetzt cooler als es war, in Wahrheit hab ich den Stecker ziemlich panisch rausgerissen!

Es dauerte dann einige Zeit. bis der Gestank vom verschmorten Lüfter sich weitgehend verflüchtigt hatte.
Von sowas lass ich mich aber nicht unterkriegen.
Der Lüfter ist sowieso eher optional…..

Mittlerweile war ich am Einstieg zum Laerdalpass. Es ging schnell hoch auf 500, 800, 1100 Höhenmeter. Absolut atemberaubende Eindrücke. Hobbits würden sagen: „ ein wahrer Augenöffner“

Leider sind die Bilder nur ein schwacher Ersatz für das was ich gesehen habe. Ich hoffe die Videos der Drohne vermitteln mehr was ich meine.

Das ging so etwa 50 wunderbare Kilometer.

In Laerdal hab ich dann erstmal Pause gemacht, mit Apfel und Getränk.
Übrigens an der gleichen Tankstelle an der ich vor 2 Jahren auf Pit und Manni getroffen bin.
Hab mich dann noch ein wenig mit einem Norweger unterhalten, der in Wien studiert. Der findet Deutschland klasse, weil er da 250 kmh fahren kann. Jeder wie er mag J

Ich hielt mich dann weiter Richtung Nordosten, wollte versuchen durch das Fjäll in einem weiten Bogen nach Ovre Ardal zu kommen.
Dabei muss ich erwähnen, dass mein neu angeschafftes digitales Kartenmaterial wirklich sehr hilfreich ist. Habe die meiste Zeit eine 50.000er Topokarte benutzt und dadurch viele nette Dinge gefunden und gesehen.
So auch die nun befahrene Strecke.
Die Norweger erschließen hier offenbar Land für Ferienhäuser oder was auch immer, und haben dafür diese verwegene Strasse durchs Fjäll gebaut. Leider asphaltiert.
Trotzdem wieder so ein Ding das einem die ganze Zeit den Mund offen stehen lässt.
Am Ende, in Ovre Ardal hab ich versucht auf Schotter nochmal hoch ins Fjäll zu kommen, aber leider gabs eine Schranke. Bin aber ein ganzes Stück den Berg hoch serpentint (geiles Wort) und hab dort Pause gemacht, Salami und Brot wurden kleiner. Einen Apfel hats auch wieder erwischt. Dort oben könnte man genial mit dem Geländewagen übernachten. Die Stelle muss man sich merken.
Dann also wieder runter nach Ovre Ardal.
Meine Wasserflasche macht bei diesen 0-1300 Höhenmetern übrigens bedenkliche Geräusche. Hab mehrmals gedacht die Windschutzscheibe hätte es erwischt. Knackt genauso.
Weiter gings auf der Strasse 55 Richtung Lom. Die kenne ich ja schon, aber es lohnt sich immer wieder hier zu fahren. Ich lass die Bilder sprechen, beschreiben kann man das kaum.

Aus dem Fjäll heraus ging es dann runter.
Asphaltarbeiten sorgten für eine Pause. Die Norweger machen das ohne Ampeln, es wartet jeweils unterhalb und oberhalb der Baustelle eine Art Pace Car, „Ledebil“ genannt, dass die Autos einsammelt und schubweise durch die Baustelle führt. Strange!

Wie ich da gerade so an einer Sammelstelle hinter besagtem Pacecar warte kommt ein Typ an meine Scheibe.
Meint auf deutsch, das wäre ja eine coole Kiste, sein Kumpel hätte auch so eins, aber in rot!!!
Ich frag ihn ziemlich ungläubig wer das denn sei, und er meinte: „Mein Freund Martin, aus B.“
Unglaublich!!! Mein Kumpel Martin aus B., der ähnlich sonderbare Vorstellungen davon hat, wie ein Auto auszusehen hat.
Der hat überall seine Spione!!!

Ich wollte dann nach der Baustelle eigentlich nochmal anhalten um ein wenig zu quatschen, irgendwo muss der abgebogen sein, hab ihn nicht mehr gesehen.
Ich war dann so gegen 15:30 in Lom und hab ernsthaft überlegt dort einzuchecken und für heute Schluss zu machen.
Das war mir dann aber doch ein wenig arg früh, ausserdem wimmelte es in Lom vor Touristen, Deutsche und Holländer vor allem.
Bin davor in Richtung Geiranger geflohen. Das erschien mir gut erreichbar für den Rest des Tages. Da es gut voranging, fuhr ich noch zum Aussichtspunkt Dalsnibba hoch, wollte ich schon immer mal machen.
Nunja, ist schon beeindruckend, aber letztendlich auch eine Tourifalle,
Eine Dreiviertelstunde später war ich dann in Geiranger und hab ein wirklich exzellentes Hotel, das „Grande Fjord Hotel“ gefunden.Das liegt abseits der Anlegestellen im Fjord und somit ist dort kein Ameisengewusel wie direkt in Geiranger.
Welch ein Luxus im Vergleich zu gestern.
Das Zimmer ist perfekt, mit Blick auf den Fjord, und die Küche hatte gebratenen Lachs für mich. Wie im Himmel.

Im Fjord liegt wieder ein großes Touristenschiff, und ich hab mal fotografiert was für einen Qualm so ein Pott abgibt, und zwar ununterbrochen, während der ganzen Liegezeit,
Besetzt ist es wohl überwiegend mit Chinesen, die hab ich in Scharen an den großen Hotels herumwimmeln sehen.

Morgen werde ich wohl via Trollstigen zur Atlantikstrasse vorstossen und von dort dann nach Osten, nach Schweden unterwegs sein. Ok, bis nach Schweden schaff ichs morgen vermutlich nicht, ist ein sehr weiter Weg.
Bilder und GE Track hängen an der Mail

Skandinavien Expedition 2017. Tag 3

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