5. Tag
Heute hab ich richtig gut ausgeschlafen und bin erst gegen 9:00 losgefahren.
Hab im Hotel noch angekündigt das ich im Herbst evtl. nochmal hier übernachten werde.
Beim Aufbruch war das Wetter eher schlecht, es regnete.
Meine Route, die ich via GoogleEarth zusammen gebastelt hatte, sah schon vielversprechend aus.
Es ging erstmal schnurstracks Richtung Norwegen.
Dort wurde das Wetter zunehmend besser, ab und an sogar mit Sonne und einigen blauen Flächen im Grau des Himmels.
Und dann gabs eine tolle Fjäll Landschaft. Das was ich an Norwegen so liebe, und weswegen ich ständig anhalten könnte. Wirklich wunderbar und ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage.
Statt Rentieren waren nun Schafe zu sehen. Die sind zwar weitaus respektvoller Autos gegenüber, jedoch scheinen einige unter einer Identitätsstörung zu leiden, sie verhalten sich dann wie Strassen besitzende Rentiere oder noch schlimmer.
Was macht man wenn ein Schaf vor einem auf der Strasse steht und beim besten Willen nicht dazu zu bewegen ist den Weg freizugeben? Man kann es ja nicht umfahren!
Hab schon überlegt ob ich ihm eine Flasche Schnaps anbieten soll, aber es war ein Auto vor mir, die Norweger hätten das vielleicht nicht verstanden. Naja, irgendwann gings seiner Wege, das Schaf.
Übrigens wurde mir dann bewusst das ich unbedingt vernünftiges, digitales Kartenmaterial von Norwegen brauche. Ich kann mit dem was ich habe zwar einen Track abfahren, aber ich hab kaum eine Vorstellung was es um mich herum noch so für Wege gäbe. Ganz anders als in Schweden.
Karten digitalisieren steht also auf der Liste.
Leider musste ich zwischendrin ein Stück der E6 befahren, ich nenne die nur noch „Strasse der Idioten“. Es soll eine Hauptverbindungsstraße in Norwegen sein. Alle, wirklich alle benutzen sie. Ein endloser Strom der sich mit 50-70kmh dahinschiebt. 70kmh sind übrigens eher selten zu erreichen.
Hab währenddessen oft an die letzten Tage gedacht, als ich wie ein Jagdbomber aus dem 2. Weltkrieg im Tiefflug , mit 3000 Umdrehungen durch die schwedischen Wälder gedonnert bin.
Zum Glück dauerte das Elend nicht lange und ich verließ die E6, um sofort wieder fast alleine unterwegs zu sein. Prima!
So gegen 15:00 kam ich in Lom an. Kurz mit Manni und Pit telefoniert und ausgemacht, dass wir uns Morgen in der Gegend um Ovre Ardal treffen werden. Eigentlich hätte ich dort leicht noch heute hinfahren können, aber ich wollte lieber in Lom bleiben. Habe gestern lange im Auto gesessen.
Lom ist voller Touristen, und der Rommel hat einen Menschenauflauf ausgelöst! Hab mich mit einen Norweger ein wenig unterhalten, Oldtimerfan und mit einem alten Saab unterwegs. Er sprach perfekt deutsch und meinte das läge daran das er in Belgien aufgewachsen sei. Soso…
Dann hörte ich von schräg hinten: „A Hofer, wu semmer denn her hä“?
Die Welt ist sonderbar und voller Zufälle!
Der Mann ist mit seiner Frau hier unterwegs und stammt aus Fichtelberg. Hab ihn gefragt, wo er arbeitet, er meinte in Hof, bei der Verkehrspolizei. Ich sagte, dass mein Nachbar auch dort arbeitet, der A………n. Darauf er: „Ach, der Seb, der Seb mit seina Pfeär und seiner Ranch“
Sachen gibts die glaubt einem keiner!!
Wir haben dann noch dem Norweger erklärt das er viel besser deutsch könne als wir, weil wir aus Franken kommen.
Ich hab dann noch einige Straßenkarten gekauft und eine Rolle Melkerull Schokolade. Die Dame an der Kasse hat mir auf Nachfrage ein Restaurant empfohlen, in dem ich sehr leckeren gegrillten Lachs verspeiste.
Das Wetter sieht im Moment gut aus, so dass ich hoffe Morgen einen wunderbaren Tag zu erleben, incl. Treffen mit Freunden, mitten auf dem Fjäll.
Ich denke, wenn es nicht zu windig ist, werde ich auch die Kameradrohne wieder einsetzen.
Die Schokolade hab ich komplett aufgefressen.

911 Rommel wieder auf Nordkurs. Tag 5

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