4. Tag
Habe mich entschlossen noch einen Tag in Schweden zu verbringen.
Zu diesem Zweck bastelte ich ohne großen Plan eine Strecke am Navi zusammen.
Dabei hab ich einen echten Volltreffer gelandet.
Ich brach gleich nach dem Frühstück, gegen 9:00 Uhr auf.
Es ging erstmal nach Norden, Richtung Tannäs, auf einem schmalen Sträßchen, kurvig durch eine Landschaft voller verwachsener Kiefern und kleinen, aber alten Birken, dazwischen immer große Flächen nur mit Moos bedeckt, und natürlich dutzende von kleinen Seen.
Und natürlich gab es hier jede Menge Rentiere zu sehen. Alle Farben, alle Größen. Die Rentiere scheinen felsenfest davon überzeugt zu sein, dass die Menschen die Strassen ausschließlich für sie gebaut haben. So benehmen sie sich auch. Sie gehen ihrer Wege und verlassen, wenn überhaupt, nur sehr unwillig die Straße um Autos vorbeizulassen. Ganz anders und viel cooler als unsere neurotischen Rehe, die offenbar nichts anderes im Sinn haben als hektisch auf die Straße zu hüpfen um dann überfahren zu werden.
Von Tannäs gings noch ein Stück weiter nach Funnäsdalen, und dann nordöstlich, teils auf Schotter, in eine wundersame Hochebene hinein. Sowas hätte ich eigentlich erst in Norwegen erwartet. Eine Einheimische erklärte mir, dass dies die am höchsten gelegene Straße in Schweden sei, und ich solle sie unbedingt zu Ende fahren. Ich hoffe die Bilder sprechen für sich. Sollte wirklich jeder Schwedenreisende besuchen. Ich hab dort erstaunlich viele Leute getroffen, und mich auch oft unterhalten. Das verstaubte Englisch kommt jetzt so langsam auf Touren.
Ein am Wegesrand mit der Aufschrift „Meteorit Krater“ veranlasste mich zu einer Pause.
Scheinbar gab hier vor weniger als 2000 Jahren einen Einschlag, der einen 40 Meter breiten Krater entstehen lies. Ehrlich gesagt, der Zustand des Kraters lässt mich glauben das er nicht so alt ist. Zumindest wäre er in unseren Breiten vollkommen und bis zur Unsichtbarkeit zugewachsen.
Auf jeden Fall sehenswert, auch der Pfad den die Schweden angelegt haben.
Ich drehte dann eine sehr große Runde um die Hochebene herum um dann wieder auf Westkurs zu gehen. Bei einem Kaffee hab ich einen älteren Herren getroffen, der in den 70ern und 80ern mit Saab Rallye gefahren ist, der hatte viel zu erzählen, mit Leib und Seele rallyeverrückt, der Typ. Er hatte wohl immer das jeweils aktuelle Saab Modell, bis zu deren Ende. Er wusste aber, dass im Werk in Trollhättan, noch Ersatzteile, und Komponenten für Subaru hergestellt werden. Er hat dann noch eine wilde Geschichte erzählt, dass er mit seinem Skoda Oktavia 4×4 manchmal mit 160 durch die Wälder fährt, der guten alten Zeiten wegen.
Am Ende der Runde war es dann Zeit wieder gegen Süden, Richtung Idre zu fahren, 100km, die ich heute Morgen schon mal zurückgelegt hatte. Allerdings könnte ich die Strecke wohl ein dutzendmal fahren ohne das Langeweile aufkäme.
Letztendlich waren das heute an die 450 km. Nicht schlecht für einen Lückenfüller Tag.
In Idre an der Tankstelle gabs dann tatsächlich 98er Sprit. Der Tank ist voll, so dass ich die Etappe nach Lom morgen problemlos bewältigen kann.
Nach dem Abendessen hab ich Nachricht von Manni und Pit erhalten, sie sind planmässig auf der Fähre und werden Morgen in Norwegen nordwärts fahren.

911 Rommel wieder auf Nordkurs. Tag 4

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