Tag 5
Heute hab ich interessante Leute kennengelernt. Den Mechaniker Jörge, seinen Chef, und die beiden Polizisten aus Torsby.
Außerdem wurde das Rätsel des ausgehenden Radios gelöst.
Aber von vorne:
Morgens hab ich im Toten Hotel gut gefrühstückt, es gab zwar keine Brötchen, dafür aber leckeres und warmes, selbst gebackenes Brot.
Beim losfahren machte das Wetter einen etwas unentschlossenen Eindruck, entschied sich aber nach etwas Nieselregen dann doch für Sonnenschein.
Meine schnell zusammengestöpselte Route sollte mich über kleine Sträßchen nach Schweden und von dort auf möglichst einsamen Wegen Richtung Süden führen. Natürlich hatte ich geplant Schotterpisten zu benutzen.
Hier muss unbedingt nochmal erwähnt werden wie phantastisch man sich mit QV auf dem Notebook im Auto behelfen kann, zumal wenn man alleine unterwegs ist.
Als ich etwa 180 Kilometer hinter mir hatte, ich lag gut in der Zeit, gings runter vom Asphalt. Hat gleich wieder jede Menge Spaß gemacht, Rallyeauto auf Rallyestrecke. Nach 10 Kilometer wieder auf die Straße zurück. Vorher war schon einige Male das Radio kurz ausgegangen, was ein bekanntes Problem ist, irgendwie jedoch nie fassbar. Beunruhigte mich nicht weiter.
Naja, es ging dann wieder aus, und nicht mehr an, was schon ungewöhnlicher war.
Vor mir tauchte dann eine Rollskifahrerin auf, ich wurde langsamer um sie nicht zu erschrecken.
Beim Gas geben fing der Rommel dann an zu spotzen und zu schütteln, lief nicht mehr rund. Ich kam noch einen Kilometer weit, dann stellte ich den Motor ab. Beim Versuch ihn wieder zu starten machte es nicht mal „klack“. Mein erster Gedanke war das die Batterie im Eimer sei. Hatte ja einige Tiefentladungen zu verkraften.
Zum Glück stand ich an einer Steigung und konnte das Auto mittels Rückwärtsgang und Rückwärtsrollen wieder starten. Lief astrein.
Als ich das Licht einschaltete ging er fast aus. Hmmmm…
Hab mich dann nach Torsby geschleppt, zum Glück lag das sehr nahe. Dort hat man mir an der Tankstelle gesagt wo eine Werkstatt sei. Und man hat man mich angeschoben, Motor wieder aus.
Bin dann bei Mekonomen-Torsby gelandet, bei Jörge und seinem Chef. Beide vollkommen begeistert vom Rommel.
Die Batterie hatte gewaltige 9,3 Volt.
Jörge hat gleich eine passende Neue gebracht und eingebaut. Alles prima….dachte ich.
Allerdings hat Jörge dann mal den Ladestrom gemessen, oder vielmehr gemessen das es keinen gab.
„Your alternator did not work“
Verdammt!!!
Ich sah meine Pläne, morgen bei Erik zu sein, dahingehen. Und das wo ich jedem erzähle wie zuverlässig die Karren seien.
Also haben wir die Lima ausgebaut. Kabel waren alle drann.
„This is not a Bosch alternator, it’s from the french, that’s not good“
Jörge hat dann den Regler abgenommen, und die Kohlen guckten nur einige Millimeter aus dem Gehäuse.
„That‘s the Problem.“
Er fuhr dann eine halbe Stunde in der Gegend rum um evtl. einen Regler oder eine Lima zu bekommen. Nix wars.
Ich hätte fast die Hoffnung aufgegeben, aber Jörge hat dann das Gehäuse angebohrt und mittels Schräubchen die Kohlen einen Zentimeter rausgedrückt.
„This should work for your way home“
Ok, also alles zusammengebaut Motor gestartet, Jörge ging mit dem Multimeter zur Batterie und meinte „cross your fingers“
14,2 Volt!!!! Hurra!!!
Gekostet hat mich das alles etwa 250 Euro incl. der neuen Batterie.
Ausserdem konnte ich meine extra für solche Zwecke mitgeführte Jack Daniels Flasche an Jörge verschenken.
Im Nachhinein kann mans dem Rommel aber nicht übelnehmen dass nach 320000 Kilometern mal was über die Klinge springt. Und es war ein Franzosenmist!
Immerhin kann man solche Autos wieder fahrbar machen, was bei modernen Kisten eher unwahrscheinlich ist.
3 Stunden hat der Spaß gedauert, dann gings weiter.

Natürlich hab ich mir das mit dem Schotter aus dem Kopf geschlagen und mich gleich zur gut ausgebauten aber langweiligen E45 begeben.
Euphorisch Gas gegeben um Strecke zu machen.
Es kam wie es kommen musste, nach 5 Minuten hatte ich die Cops mit Blaulicht am Heck und musste anhalten.
„Excuse me, you’re too fast but can I make some pictures of this incredible car?“
Hab denen meine Story erzählt und sie waren sehr mitfühlend, der Obercop ist Vettelfan und war vor kuzem in Spa.
Nutzte mir aber wenig, die haben mir für 21 kmh 300 Euro abgeknöpft. Mein erstes Ticket seit 15 Jahren!!!
Selbst das konnte meine Stimmung nicht eintrüben.
Immerhin konnte ich feststellen, dass die neu Strecke zwischen Trollhätan und Göteborg fertig ist, spart 30 Kilometer und man darf teilweise sogar 110 fahren.
Ich kam also gut voran, das Radio lief fehlerfrei durch. Gegen 19:30 Uhr erreichte ich Halmstad und fand gleich eine passende Unterkunft.
Morgen sollte ich dann gegen 13:00 in Hamburg bei Erik sein. Je nachdem was da alles ansteht werd ich nochmal übernachten oder eben durchfahren.
Bei Erik kann man ja nie wissen was er alles „schnell noch“ machen möchte. Bin sehr gespannt was es dort wieder zu sehen gibt.
Ich soll wohl auch irgendwelches Zeug transportieren. Naja, zur Not wirds auf dem Dach festgebunden.

Skandinavien 2013 mit dem Rommel. Tag 5

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